03
Mar

Generator 2021

Das Poolbar Festival in Feldkirch, Vorarlberg, begeistert jeden Sommer im Juli und August ca. 25.000 Gäste mit Veranstaltungen von Nischen bis Pop, von Diskurs bis Musik. Es findet in einem leer stehenden Hallenbad statt und wird in Covid 19-Zeiten ins Freie verlegt. Das Design des Festivals wird jährlich neu gestaltet.

Derzeit gehen wir fest davon aus, dass uns Corona keinen Strich durch die Rechnung macht und der Poolbar Generator wie geplant stattfindet. Vorsorglich haben wir den Termin aber auf Ende März verschoben. Sollte die Durchführung von Behördenseite an bestimmte Regeln und Voraussetzungen geknüpft werden, geben wir diese umgehend bekannt.

Für 2021 gingen über 100 Bewerbungen ein. Ganz neu sind die Labore Re:Post (in Kooperation mit der Österreichischen Post) sowie Digital Projects - für beide Labore kann man sich noch bis zum 7. März bewerben. Alle anderen Labore sind bereits ausgebucht!

Was im Generator als Idee entsteht, wird zum Konzept verdichtet und für das Poolbar Festival umgesetzt. Der Generator ist eine erweiterte Plattform für Menschen, die sich für Gestaltung begeistern, bei der ein Austausch zwischen den unterschiedlichen Sparten stattfindet. So können alle einen Einblick in die Tätigkeit anderer haben und noch viel mehr auf ihren weiteren Weg mitnehmen. Vor allem die Durchmischung im Hinblick auf Altersdurchschnitt, Nationalitäten und Ausbildungen macht den Generator zu einer dichten, experimentellen Umgebung der Erfahrung. Bis zu 40 Gestaltungstalente, vor allem Kunst-, Architektur- und Design-StudentInnen, welche die Teilnahme teilweise mit ECTS-Punkten als Teil des Studiums von ihrer Universität anerkannt bekommen, entwickeln gestalterische Konzepte. Die Gestaltungslabors werden von internen Fachleuten sowie von externen Profis geleitet. Teilnahme, Übernachtung und Verpflegung sind für die Teilnehmenden kostenlos. Durch kompetente GastkritikerInnen wird das Erarbeitete reflektiert und optimiert, zusätzlicher Input wird durch öffentliche Vortragsreihen (Vorarlberg Museum & Kunsthaus Bregenz) gewährleistet. In einem 3-tägigen Nachbearbeitungslabor im Wiener Museumsquartier werden die Zwischenergebnisse verfeinert und zum Gesamtkonzept komprimiert, das in weiterer Folge in Kooperation von Teilnehmenden, MitarbeiterInnen, Partner-Unternehmen und HandwerkerInnen umgesetzt wird.

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Architektur

Ein wesentlicher Bestandteil des Festivals ist die jährlich wechselnde und immer neu entwickelte temporäre Architektur. Es gilt Atmosphären und Aufenthaltsqualitäten für BesucherInnen zu schaffen. Im Vordergrund steht sowohl die Gestaltung von Innen- und Außenraum in Kombination mit Lichtkonzepten als auch die Möblierung. Neben den Designaspekten müssen von den Teil­nehmerInnen auch die infrastrukturellen und technischen Anforderungen beachtet werden. Weitere Parameter sind der finanzielle Rahmen, Sponsoring-Partnerschaften sowie ökologische Aspekte. Gesucht sind schlüssige Architekturkonzepte mit temporären Charakter. Zu Beginn des Prozesses werden erste Konzepte theoretisch unterbaut und Moodboards erstellt. In kleineren Gruppen wird für die verschiedenen Teilbereiche an Entwürfen gearbeitet, die dann in größerer Runde besprochen und auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden. Das Ziel ist, eine gesamtheitliche Gestaltung zu erarbeiten, die in ihrer Erscheinung und Funktionalität überzeugt. Die Teil­nehmerInnen durchlaufen in gemeinsamer Gruppenarbeit alle Schritte von den ersten Skizzen über den Entwurf hin zur Ausführungsplanung.

Laborfacts: 26. März bis 2. April. Bregenz, Villa Schwerzenbach.
Laborleitung: Victor Doelle.

Der gelernte Koch studiert Architektur an der Technischen Universität Wien und leitet das Architektur-Labor seit 2018. Mittlerweile hat sich Victor ganz dem Spektrum von Architektur und Handwerk verschrieben.

Grafik

Die Methode für Grafikdesign rückt gestalterische Prozesse und konzeptionelles Arbeiten im Team im Rahmen der visuellen Kommunikation des Festivals in den Vordergrund. Richtungsweisend bietet das Labor die Möglichkeit gemeinschaftlich originelle Problemlösungen und Denkweisen zu entwickeln. Ein positives Spielfeld voller Chancen für alle, die offen mit ihren Fähigkeiten und Kenntnissen umgehen und wachsen möchten.

Laborfacts:
26. März bis 2. April.
Bregenz, Villa Schwerzenbach.

Laborleitung:
Michael Marte

Michael Marte arbeitet er als selbstständiger Grafikdesigner mit Fokus auf Design und Kommunikation. Er gibt auch Workshops für StudentInnen und leitet leitet das Grafik-Labor seit 2015.

„Es hat großen Spaß gemacht. In einem kleinen Team arbeiteten wir die grafische Identität des Festivals aus, wobei wir zuerst intensiv in unterschiedlichste Richtungen entwarfen. Michael unterstütze, gab wertvolle Tipps und half, unsere Ideen weiterzutreiben. Das Resultat setzte sich aus den verschiedenen Ideen aller Mitwirkenden zusammen. Besonders gut hat mir am Poolbar Generator die interdisziplinäre Zusammenarbeit gefallen, so war es möglich, in sehr kurzer Zeit sehr große Fortschritte zu machen.“
(Alessia Meyer)
TeilnehmerInnen 2020
Alessia Meyer
Fabienne Lente

Digital Projects

Im neu konzipierten Labor für digitale Projekte werden unter Berücksichtigung der verfügbaren Mittel (Equipment, Manpower in der Entwicklung, Umsetzung und Betreuung) künstlerisch und technisch Ideen sowie Konzepte entwickelt und umgesetzt. Die Projekte agieren als Schnittstelle zwischen den realen Räumlichkeiten des Festivals und dem digitalen Raum. Im Zentrum steht das Experimentieren mit unterschiedlichen Kommunikationsmedien und -techniken (VR-Stations, Movement Catching, Augmented Reality, Mixed Reality …). Mit Hilfe der Technik soll das Poolbar Festival digital erlebbar gemacht und Interaktion gefördert werden. Neben einem dokumentarischen Charakter steht das Aufbrechen und Dekonstruieren des 'Dazwischen' im Vordergrund. Die Projekte sollen also idealerweise:

digitale Innovationen sein oder diese nutzen künstlerisch und technisch anspruchsvoll sein, aber auch Spaß machen
Bezug nehmen auf das Poolbar Festival
das Poolbar Festival weltweit digital erlebbar machen (und einen dokumentarischen Charakter haben, das Festival für die Ewigkeit festhalten)
in die Gestaltung vor Ort intervenieren (ich kann von zu Hause aus auf die Gestaltung des Festivals Einfluss nehmen)
vor Ort spürbar und erlebbar sein, in den digitalen Raum eingegriffen (VR-Stations, Movement Catching etc., Augmented Reality/AR und Mixed Reality/MR)
ein Vehikel sein, um den Begriff 'Digitalisierung' greifbar und verständlich zu machen

Mittelfristig soll das Labor für digitale Projekte (wie die anderen Labore auch) zum Zentrum eines europäischen Netzwerks von Festivals und Ausbildungsstätten werden, innerhalb dessen StudentInnen, Vortragende/Lehrende, GastkritikerInnen und umgesetzte Projekte zirkulieren.

Laborfacts: 29. März bis 2. April. Bregenz, Villa Schwerzenbach.
Laborleitung: Matthias Lichtenegger.

Matthias Lichtenegger studiert Digitale Innovation an der Fachhochschule Vorarlberg in Dornbirn. Als gelernter Geograf und Informatiker navigiert er bevorzugt an den Schnittstellen zwischen realen und digitalen Räumen und versucht, lose Enden zusammenzuknüpfen sowie widerspenstige Verbindungen aufzudröseln.

Produktdesign

Vor dem Beginn des eigentlichen Designprozesses bilden die Teil­nehmer­Innen Kleingruppen um sich in die jeweiligen Aufgabenbereiche der bevorstehenden Festivalsaison einzuarbeiten. Neue technologische Herstellungsprozesse werden vorgestellt und Partnerbetriebe besichtigt. Mit diesem Hintergrundwissen werden erste Ideen und Konzepte skizziert, die in der Gruppe diskutiert und auf mögliche auftretende Probleme untersucht werden. Mit dem Bau von 1:1-Modellen wird ein Gespür für Maßstab, Ästhetik und Funktionalität erlangt. Die Konzepte werden geschärft und überarbeitet, um im nächsten Schritt die Designs ins Digitale zu übertragen. Nach der Produktion von ersten Prototypen erkennen die Teil­nehmer­Innen, ob die eigene Idee funktioniert und die ästhetischen Ansprüche erfüllt werden.

Laborfacts: 29. März bis 2. April. Ort: Bregenz, Villa Schwerzenbach.
Laborleitung: Studiotut.

Geleitet wird das Labor Produktdesign von Marie Nemeth und Silvia Stocker (Studiotut). Sie entwickeln Gestaltungslösungen für Produkt, Grafik und Raum. Wenn die Designerinnen von Lösungen sprechen, ist immer der gesamte Prozess gemeint: von der Problemstellung über die Recherche, die Konzeption und den Entwurf bis hin zur Produktion. Um ihren Projekten eine ganzheitliche Gestalt zu geben, erforschen Marie und Silvia die Beziehung zwischen Klein und Groß jedes Mal neu.

Public Art

Das Festival steht für 'Kulturelles von Nischen bis Pop' und versucht, mit populären Angeboten Publikum aus ganz unterschiedlichen Bereichen ins Alte Hallenbad und das Reichenfeld zu locken, dabei soll es in der Folge mit Unerwartetem konfrontiert werden. Ähnliche Intentionen verfolgt das Public Art Labor. Es werden temporäre Kunstprojekte für den öffentlichen Raum sowie das Festivalgelände entwickelt, wobei im ersten Schritt die örtlichen Gegebenheiten mit geführten Stadtspaziergängen analysiert werden. Durch Gespräche, Recherchen und Diskussionen werden erste Ideen entwickelt. Neben den starken inhaltlichen Aspekten ist die Umsetzung ein wesentliches Thema für die jungen KünstlerInnen, die Visualisierungen, künstlerische Beschreibungen, Bedarfslisten und Kostenangaben erstellen. Die künstlerischen Projekte und Interventionen sind gleichermaßen für die FestivalbesucherInnen wie auch die breite Öffentlichkeit zugänglich und setzen sich intensiv mit dem Stadtraum sowie dem Festival auseinander, wobei die jeweiligen Standorte in einem frühen Projektstadium mit der Generator-Leitung abgestimmt und sondiert werden.

Laborfacts: 29. März bis 2. April. Ort: Bregenz, Villa Schwerzenbach.
Laborleitung: Nadine Hirschauer.

Von 2008 bis 2013 studierte Nadine Hirschauer Landschaftsdesign sowie von 2013 bis 2015 ortsbezogene Kunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Dort schloss sie mit Auszeichnung ab. 2012 war sie Gaststudentin der Kunming University for Art & Design in China und absolvierte 2013 ein Praktikum bei WES LandschaftsArchitektur in Hamburg. Nadine realisierte zahlreiche Ausstellungen und Projekte im In- und Ausland, Arbeitsaufenthalte in Bilbao, Bremen und dem Kosovo kommen noch hinzu.

Re:Post

Das Upcycling-Labor in Kooperation mit der Österreichischen Post.

Erstmals fand das Re:Post-Labor als außerordentliche Zusammenarbeit von Österreichischer Post, Biorama und Poolbar Festival 2020 statt. Kernideen waren Nachhaltigkeit und der sorgsame Umgang mit Ressourcen: Aus alten Post-Uniformen entwickelten die TeilnehmerInnen im Upcycling-Prozess völlig neue Produkte – von Mode über Accessoires bis hin zum Zelt. Nun wird die Kooperation mit der Österreichischen Post in den Generator integriert und inhaltlich erweitert: So sollen auch andere ausgemusterte Post-Materialien im Upcycling-Prozess Verwendung finden, beispielsweise Einwegpaletten, Möbel oder Taschen. Ausdrücklich erwünscht ist die Interaktion mit den anderen Gestaltungslaboren.

Laborfacts: 26. März bis 2. April. Ort: Bregenz, Villa Schwerzenbach.
Laborleitung: Studiotut.

Marie Nemeth und Silvia Stocker (Studiotut) übernehmen die Leitung des Labors. Das Duo entwickelt Gestaltungslösungen für Produkt, Grafik und Raum. Wenn die Designerinnen von Lösungen sprechen, ist immer der gesamte Prozess gemeint: von der Problemstellung über die Recherche, die Konzeption und den Entwurf bis hin zur Produktion. Um ihren Projekten eine ganzheitliche Gestalt zu geben, erforschen Marie und Silvia die Beziehung zwischen Klein und Groß jedes Mal neu.

Street Art

Anders als bei den anderen Laboren wird nicht im Februar sondern erst zwei Tage vor Festivalbeginn im Sommer direkt vor Ort am Festivalgelände gestartet. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die temporären Bauten größtenteils bereits errichtet sind und die konkreten Projekte der anderen Bereiche feststehen, kann mit der Street Art – wie gewohnt – auf die Situationen vor Ort künstlerisch eingegangen werden. Bearbeitet werden in Absprache mit dem Generator jene Flächen, die im Architekturlabor dafür vorgesehen wurden. Der 'selbstautorisierte' Aspekt der ursprünglichen Street Art fällt hier weg, und bis zu einem gewissen Grad auch der anarchische und antikommerzielle Aspekt: Das Festival funktioniert eben in vielen Bereichen nach kommerziellen Regeln. All dies kann natürlich thematisiert werden – das Festival bietet Pop-up-Urbanität und viel Publikum, mit dem via Street Art (kritisch) kommuniziert werden darf.

Laborfacts: 7. bis 9. Juli. Feldkirch, Reichenfeld/Altes Hallenbad.
Laborleitung: Kollektiv Brause.

Sophia Wäger und Barbara Oppelt sind zwei multidisziplinäre Illustratorinnen und Gestalterinnen aus Linz. Gemeinsam arbeiten sie als Kollektiv Brause und realisieren mit viel Freude, Fantasie und Liebe zum Detail konzeptbasierte Illustrationen. Sie kombinieren Analog mit Digital und lieben es Projekte sowohl im zwei- als auch dreidimensionalen Raum umzusetzen. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen auf Murals, Wissensvermittlung für Kinder und Jugendliche, Editorial sowie Markenentwicklung und -kommunikation.