Beschreibung Kirchenräume waren über Jahrhunderte Orte für Kunst, Musik, Erzählung und gemeinschaftliche Erfahrung. Gleichzeitig verändern sich heute die Formen, in denen Kunst entsteht, gezeigt und erlebt wird. Das Labor für Visual and Performative Arts untersucht, wie sich diese unterschiedlichen künstlerischen Zugänge in den Kirchenraum übersetzen lassen – und welche neuen Formen von Öffentlichkeit, Begegnung und Wahrnehmung daraus entstehen können. Im Zentrum steht die Entwicklung künstlerischer Konzepte, die sich mit dem Ort, seiner Atmosphäre und seiner Geschichte auseinandersetzen. Dabei kann mit unterschiedlichsten Medien und Ausdrucksformen gearbeitet werden: von Malerei, Installation, Performance und Skulptur über Sound, Text, Musik und Video bis zu experimentellen, interdisziplinären Formaten. Entscheidend ist nicht die einzelne Disziplin, sondern die Frage, wie künstlerische Praxis einen Raum verändern, aktivieren oder neu lesbar machen kann. Während des Labors entstehen ortsspezifische Konzepte, performative Situationen, Interventionen und experimentelle Formate, die den Kirchenraum neu interpretieren. Im Fokus stehen das gemeinsame Arbeiten, das Ausprobieren und die Entwicklung von Ideen, die zwischen Kunst, Öffentlichkeit und räumlicher Erfahrung vermitteln.
Voraussetzungen Das Labor richtet sich an praktizierende Künstler:innen, Musiker:innen, Literat:innen, Performer:innen sowie an Menschen aus bildender Kunst, Theater, Film, Sound, Medienkunst, Szenografie, Performance, Tanz und verwandten Bereichen. Willkommen sind sowohl klassische als auch experimentelle und interdisziplinäre Zugänge. Erwartet werden Offenheit für kollaboratives Arbeiten, Interesse an ortsspezifischer künstlerischer Praxis sowie die Bereitschaft, Ideen im Austausch mit anderen Disziplinen weiterzuentwickeln. Erste Erfahrungen in einer eigenen künstlerischen Praxis sind von Vorteil. Wichtig sind vor allem Experimentierfreude, Eigeninitiative und Interesse daran, Kunst im Spannungsfeld von Raum, Öffentlichkeit und Gemeinschaft zu denken. Laborleitung:
Karolina Vocke (geboren in München) schloss 2024 ihr Diplom an der Akademie der Bildenden Künste München bei Schirin Kretschmann ab; zuvor absolvierte sie einen Master in künstlerischer Konzeption in Marburg (2015). Ihre Arbeiten waren unter anderem im Haus der Kunst in München zu sehen; internationale Residencies führten sie nach Tunis und Aix-en-Provence. Ausgezeichnet wurde sie mit dem Rotary-Kunstpreis (2024) und gefördert unter anderem durch die Curt-Wills-Stiftung, die Studienstiftung des deutschen Volkes und ein Kulturstipendium der Landeshauptstadt München. In Performance, Installation und Malerei verbindet sie künstlerische und wissenschaftliche Praxis; ihre Interessen kreisen um Widerstand, Gemeinschaft, soziale Strukturen, Kollektive und Responsivität. Im Zentrum steht das Gespräch — 2025 erschien ihr Buch 'Gespräch als Kunst'.
Sebastian Quast (geboren 1997 in München; aufgewachsen in St. Gallen, CH) ist ein deutsch-schweizerischer Künstler. Er lebt und arbeitet in St. Gallen und München und studierte bei Peter Kogler (AdBK, München) und Hans Schabus (die angewandte, Wien). In seiner künstlerischen Praxis untersucht er Fassade, Schein und die kapitalistische Vereinnahmung von Authentizität. Er arbeitet vorwiegend mit Textilien, die eine haptische Auseinandersetzung ermöglichen. Seine Arbeiten überschreiten oft die Idee des autonomen Kunstwerks und laden Besucher:innen zur Teilhabe ein. Quast versteht sie als Bühnen für Begegnung und Austausch und engagiert sich als Mitbegründer von team ille sowie Betreiber des Kunstraums space n.n. in München.
No projects found for this lab yet.
Check back later or explore other labs.