Die Berlinerin in eine Schublade pressen zu wollen, taugt wenig. Am besten macht man sich von der Avantgarde-Künstlerin selbst ein Bild. Ihre ersten musikalischen Schritte unternahm Rosa Anschütz auf verschiedenen klassischen Instrumenten. Spuren davon findet man noch heute, wenn sie etwa analoge Klänge in ihre elektronisch geprägten Tracks einflicht oder in der Deutschen Oper auftritt. Wegweisend für ihr Schaffen war jedoch die Techno-Szene Berlins: Berghain-DJ Kobosil ist beispielsweise Fan. Während des Studiums der Transmedialen Kunst in Wien begann Anschütz mit Modularen Synthesizern zu arbeiten und machte diese zur Basis ihres manchmal an Nico erinnernden Sounds. Das aktuelle Album „Goldener Strom“ (2022) muss man gehört haben. (mab)